Yunnan


Die Provinz Yunnan, im Südwesten Chinas, ist die Vielfältigste aller Provinzen.
Im Nordwesten an Tibet angrenzend, faszinieren schneebedeckte Gipfel, Gletscher und Tempel während man im Süden Wanderungen durch den tropischen Regenwald machen kann.
Ihre Nachbarstaaten im Süden sind Vietnam, Laos und Burma.
Die Provinz weist eine immense Artenvielfalt in Fauna und Flora auf ( rund ein Viertel der Gesamtfläche ist mit Wald bedeckt ). Es gibt sogar noch einige wilde Elefanten und seltene Affen.
Auch die meisten ethnischen Minderheiten leben hier – ein Drittel der gesamten ethnischen Völker Chinas.
Jahrhunderte lang war Yunnan eine isolierte Grenzregion, mit wenig Einfluss durch die Han-Chinesen, und konnte sich dadurch eine eigene Identität bewahren.
Die Provinzhauptstadt ist Kunming.

Kerndaten:

Einwohner-       46,31 Mio.

Fläche-              394.100km²

Geografie-         im Norden Berge mit Hochgebirgsvegetation, in der Mitte Ebenen und Hügel, im Süden
                           tropischer Regenwald     
        
Klima-                drei Zonen: im Norden sehr kalte Winter, im Zentrum gemäßigtes Klima, im Südwesten tropisch mit
                           heißen Sommern

Bevölkerung-     38% der Bevölkerung sind ethnische Völker, wie die Dai, Yi, Hui, Tibeter, Mongolen u.v.m

Hauptstadt-       Kunming

 

Sehenswürdigkeiten

Kunming (5 Mio./ Großraum)
Die Provinzhauptstadt trägt auch den Beinamen Stadt des ewigen Frühlings aufgrund ihres milden Klimas und der Pflanzenpracht. Inzwischen ist sie allerdings wie andere chinesische Metropolen eine schnell wachsende und hoch modernisierte Stadt mit Hochhausarchitektur.
Trotzdem hat sie den Ruf als eine der lässigeren Großstädte Chinas. Im Süden liegt sie an dem riesigen Dian-See und sie ist von Bergen umgeben. Kunming hat einen internationalen Flughafen und ist gut ans Schienennetz angebunden.
Sehenswert in Kunming:

Zhenqing Guan:
Der größte buddhistische Tempel in Kunming wurde 1419 zu Ehren des daoistischen Kriegsgottes Zhen Wu errichtet. Sehenswert sind die hübsch bemalten Hallen und steinernen Innenhöfe.
Man sieht hier Mönche mit hochgesteckten Haaren und weißen, blauen oder schwarzen Gewändern umherziehen. ( Zentrum von Kunming)


Dian-See(Dian Chi) und Westliche Berge:
Der Dian-See ist mit 370qkm der größte See der Provinz und liegt 1885m über dem Meeresspiegel. Hier kann man typisch chinesische Dschunken (fanchuan) beim Fischfang beobachten. Der See ist an der Westküste malerisch von Bergen umrahmt (Westliche Berge – Xi Shan). Sie werden auch „„Schneewittchenhügel“ genannt aufgrund ihrer Kontur, die einer schlafenden Frau ähneln soll. Von hier hat man den schönsten Blick über den See. Beim Aufstieg zum Gipfel zu Fuß oder per Minibus kommt man an einigen herrlichen Tempeln vorbei.

Shilin-Steinwald
87km südlich von Kunming liegt die Kalksteinlandschaft Shilin, die 2007 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Der gesamte „ Steinwald“ umfasst ein Gebiet von 26000ha. Die Felsen sind bis zu 30m hoch und bilden die bizarrsten Formen. Für Touristen gibt es einen 5km langen, künstlich angelegten Wanderweg, der sich durch das Steinlabyrinth schlängelt.
Eine Schnellstraße führt von Kunming direkt bis an den Eingang des Naturschutzgebietes. Täglich fahren Busse von Kunming hierher (Fahrtdauer 2-3 Std.).

Zhongdian-( 130.000 Einw.)
ist die Hauptstadt der Autonomen Tibetischen Region Diqing im Nordwesten Chinas. Die Stadt trägt auch den Beinamen Shangri La, nach dem sagenumwobenen buddhistischen Paradies, das James Hilton in seiner Novelle „Der letzte Horizont“ beschrieb. Wenn man es nicht bis nach Tibet schafft, bekommt man hier einen kleinen Einblick in die tibetische Kultur. Die Landschaft ist malerisch - mit Schneebergen, Schluchten, Grasländern und Seen. In Zhongdian gibt es eine Reihe von interessanten tibetischen Gebäuden, eine sehenswerte Altstadt und ganz in der Nähe von Zhongdian ein sehr schönes tibetisches Kloster:  
Ganden Sumtseling Gompa (Songzanlin Si): Es wurde vor fast 400 Jahren vom fünften Dalai Lama erbaut und ist das größte tibetische Kloster im Nordwesten Chinas, mit fast 6oo Mönchen.
Auch dieses Kloster fiel der Kulturrevolution zum Opfer, wurde aber 1981 wiedereröffnet. Man gelangt von Zhongdian mit dem Minibus hierher.

Dali-( 500.000Einw.)
Die Altstadt Dali ist ein malerischer Ort mit viel Atmosphäre. Dali liegt etwa 2000m über dem Meeresspiegel und gleich hinter der Stadt erstreckt sich das eindrucksvolle Cang-Gebirge.
Die Stadt ist teilweise von einer alten Ming-Steinmauer umgeben, hat viele Kopfsteinpflasterstraßen, alte Steinhäuser, kleine Gassen mit Garküchen und kleinen Lädchen. Man kann sich hier wunderbar einfach treiben lassen. Das Flair ist kosmopolitisch mit vielen internationalen Touristen.
Historisch bedeutsam war es früher als Teil der Seidenstraße.
In den umliegenden Dörfern lebt das ethnische Volk der Bai und bietet mit ländlichen Märkten Einblick in ihre Kultur. Sie sind bekannt für ihr handwerkliches Geschick. Vor allem im Bereich der Holzschnitzkunst und der Marmor-und Steinverarbeitung. Die drei Pagoden (San Ta) sind ein besonders imposantes Beispiel dafür:

San Ta
Die drei Pagoden sind das Wahrzeichen von Dali. Sie sind Teil des Klosters Chongwen Si aus dem9. Jahrhundert, das in der Qing Ära zerstört und 2005 wiederaufgebaut wurde. Die höchste der drei Pagoden misst 70m. Sie zählen zu den ältesten Bauwerken Chinas.
Die Pagoden liegen nördlich der Stadt und sind in ca. 20 min. zu erreichen.

 

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