Traditionelle Chinesische Medizin

 

Die traditionelle Chinesische Medizin ( TCM ) ist in der Philosophie des Daoismus verwurzelt und mehr als 2000 Jahre alt.

Sie umfasst verschiedene Therapieformen wie Akupunktur, Kräutertherapie, Diätetik, Massage und Qi Gong. In Chinas Krankenhäusern und Praxen steht die TCM heute  Seite an Seite mit der Schulmedizin.

 

Der Begriff der TCM wurde erst durch Mao Zedong geprägt, als er im Rahmen der Kulturrevolution die Chinesische Medizin, die sehr von Aberglauben geprägt war, entmystifizieren wollte.
Zur medizinischen Grundversorgung der Landbevölkerung ließ er in den 60er und 70er Jahren die sog. Barfuß-Ärzte, meist einfache Bauern, ausbilden.
Diese sollten innerhalb weniger Wochen die Grundsätze der Chinesischen Medizin erlernen.
Dieses System wurde aber bald wieder abgeschafft, weil deutlich wurde, dass eine fundierte Ausbildung zur Ausübung dieser Medizin notwendig ist.

Auch im Westen wird die TCM zunehmend immer mehr anerkannt. Viele große Krankenhäuser eröffnen Zentren für komplementäre Medizin, in denen die Traditionelle Chinesische Medizin an erster Stelle steht.
Von der World Health Organisation ( WHO ) ist eine umfangreiche Liste an Krankheiten aufgestellt worden, in der die TCM als sehr effizient erachtet wird.



Eine andere Sicht der Welt

Die chinesische Philosophie auf der die TCM wurzelt, hat eine andere Sichtweise des menschlichen Körpers.
Sie basiert auf der chinesischen Weltanschauung, dass der Mensch nicht abgegrenzt von seiner Umwelt existiert.
Er stellt einen Mikrokosmos, umgeben von einem größeren Universum    ( Makrokosmos )  dar und ist abhängig von dessen Umweltfaktoren und die auf ihn einwirkenden Kräfte.

Der Körper wird als organische Einheit betrachtet, in der alle Organe bestimmte Funktionen haben aber in Wechselwirkung zueinander stehen. Sind diese Organe im Gleichgewicht, ist der Mensch gesund.

Die TCM basiert auf einer ganzheitlichen Betrachtungsweise des Menschen und integriert alle Lebensbereiche in die Behandlung (Emotionen, Ernährung, Schlaf, Bewegung, Umfeld etc.).

Sie behandelt nicht nur die Krankheit sondern hat einen großartigen Nutzen in der Prävention.


Theoretische Grundlagen


Yin-Yang Theorie

 

Das Konzept der zwei gegensätzlichen aber sich ergänzenden Kräften, welche die Welt und alles Leben erschaffen, ist das Zentrum der TCM.

Qi und Meridiane:

Die Qi-Energie ( Vitalenergie ) fließt in einem Leitbahnsystem ( Meridiansystem ) im Körper. Gesundheit bedeutet ein harmonischer Fluss dieser Lebensenergie.

Die Acht Prinzipien:

Die TCM benutzt acht Hauptkriterien, um Symptome einzuordnen:

Innen/Außen, Yin/ Yang, Hitze/ Kälte, Fülle / Leere

Die 5 Elemente:

Die 5 Elemente- Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser-sind ein weiteres grundlegendes Konzept der chinesischen Medizintheorie und Philosophie.
Es bezieht sich wieder auf den Mikrokosmos, der mit dem Makrokosmos und damit den Elementen in Wechselwirkung steht.
Aber auch innerhalb des Körpers wirken diese Kräfte.
Zu jedem Element gehören bestimmte Organe, Gewebe, klimatische Faktoren, Emotionen etc.)


Diese Konzepte stammen aus dem Klassiker der chinesischen Medizin: Huang Di Nei Jing
( Die Medizin des gelben Kaisers ), das noch heute in der Ausbildung chinesischer Ärzte und Therapeuten Verwendung findet und das Fundament der chinesischen Medizin bildet.

Huang Di (2.698-2.598 v.Chr.) war erster Herrscher und direkter Ahnherr Chinas.
Er behandelt im  Huang Di Nei Jing im Gespräch mit seinem Meister Qi Bo außerdem die Naturgesetzmäßigkeiten zwischen Mensch und Natur und Mensch und Himmel und wie man diese Kräfte harmonisieren kann.


Zu den Therapieformen


Akupunktur

Während einer Akupunkturbehandlung werden durch ultrafeine Nadeln bestimmte Punkte am
Körper stimuliert, um Stagnationen zu beseitigen und den Energiefluss zu fördern.

Moxibustion

Die Moxibustion oder Moxa  ist eine spezielle Art der Wärmetherapie. In der TCM wird getrocknetes  Beifuß Kraut zur Erwärmung von Punkten oder Körpersegmenten verwendet.

Schröpftherapie

Bei der Schröpftherapie wird ein begrenztes Vakuum durch ein Schröpfglas erzeugt. Es wird vor allem angewendet, um die Zirkulation von Lymphe und Blut anzuregen und Fülle-Muster auszuleiten.

Kräutertherapie

Die Kräutertherapie ist in China die wichtigste Säule der TCM.
Die Chinesische Materia Medica (ein pharmakologisches Nachschlagewerk für TCM Therapeuten)beinhaltet hunderte von medizinischen Substanzen.
Dazu gehören in erster Linie Pflanzen aber auch Mineralien und tierische Produkte, die alle nach ihren bestimmten Wirkmechanismen klassifiziert sind.
Man benutzt verschiedene Pflanzenteile: Blätter, Wurzeln, Blüten und Samen.
Je nach TCM Diagnose werden diese  Kräuterrezepturen individuell zusammengestellt und als Tee, Granulat, Pulver oder Kapseln eingenommen.
Auch westliche Kräuter werden immer öfter und mit viel Erfolg verordnet.

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