Tibet

Tibet wird auch poetisch „Das Schneeland“ genannt. Wegen seiner  extremen Höhenlage von durchschnittlich 4000m trägt es auch den Namen „Dach der Welt“.
Der Name Tibet wird sowohl für die tibetische Hochebene verwendet als auch für die Autonome Region Tibet ( ART ), einer 1965 gegründeten Verwaltungseinheit Chinas.

China, das Tibet historisch als Teil  seines Reiches beansprucht, marschierte 1950 mit seinen Truppen ein. Sie bezeichneten dies als „Volksbefreiung“. Im Jahre 1965 ernannte China die ART. Heute besteht diese aus der Stadtverwaltung Lhasa und den Präfekturen Shigatse, Lhokha, Nagchu, Nyingwi, Ngari und Chando.
Die im Osten und Nordosten gelegenen ehem. tibetischen Gebiete wurden, wie auch schon zur Qing-Zeit wieder den chinesischen Provinzen Qinghai, Sichuan, Yunnan und Gansu zugesprochen.
Weltweit wird dieser Anspruch Chinas völkerrechtlich und politisch diskutiert.
Nach Schätzungen leben im Hochland von Tibet heute 6 Millionen Tibeter  und ca. 7,5 Millionen Chinesen, wobei die Zahlen sehr schwanken. 128 000 Tibeter leben im Exil.
Fast ein Viertel der Bevölkerung sind Nomaden, die mit ihren Dzo-Herden (Kreuzung zwischen Yak und Kuh) umherziehen und in Zelten leben. Die Tiere liefern lebenswichtige Produkte. Yak-Butter wird für den bekannten Butter-Tee oder als Brennstoff benutzt. Auch alle anderen Teile werden verwertet.
Der tibetische Staat wurde, seit der  5.  Dalai Lama im Jahre 1644 zum geistlichen und politischen Führer ernannt worden war, auf Lebenszeit von den reinkarnierten Dalai Lamas geführt.
Neben ihrem  geistlichen Auftrages, lenkten  sie als überparteiliches Oberhaupt  den Staat. Die Regierung bestand aus Staatsministern, dem Staatsrat mit den Staatssekretären, der Nationalversammlung und der Exekutive. Alle wichtigen Entscheidungen mussten aber dem Dalai Lama unterbreitet werden.
Der tibetische Buddhismus ist seit dem Jahre 779 Staatsreligion, nachdem er von Songsten Gampo (608-650) eingeführt wurde. Trisong Detsen (742-803) holte den indischen Meister Padmasamhava  (Guru Rinpoche) nach Tibet und verfestigte somit den Buddhismus. Der Reformer Tsonghapa (1357-1419) gründete den Gelugpa-oder Gelbmützen-Orden. Seine Schüler wurden die Dalai Lamas, die Tibet 500 Jahre lang regierten.
Der jetzige Dalai Lama Tendzin Gyatsho ist von seinen tibetischen Landsleuten als deren weltliches und geistliches Oberhaupt anerkannt. Er lebt seit 1959 in Indien und gründete dort in Dharamsala seine Exilregierung. Weltweit tritt er ein für ein mitfühlendes Miteinander, absolute Gewaltfreiheit und ein friedvolles Nebeneinander der Religionen. 1989 bekam er die Ernennung zum Friedensnobelpreisträger.
Auch im Westen erfreut sich der tibetische Buddhismus seit  Jahrzehnten großer Beliebtheit.


Für die Einreise nach Tibet braucht man eine Genehmigung des Tibetan Tourist Bureaus. Da es untersagt ist, auf individuellem Wege durch Tibet zu reisen, muss man im Vorwege eine Tour buchen.
 

Kerndaten

Einwohner-   ca. 6 Mio. Tibeter und 7,5 Mio. Chinesen

Fläche-          Der geografische Raum Tibets dehnt sich aus über eine Fläche von mehr als 2 Mio. km²-die nordsüdliche
                      Ausdehnung beträgt 1200km², die ostwestliche 2400km²  
      
Geografie-    Tibet ist von mehreren Gebirgszügen begrenzt:  im Süden vom Himalaya, im Westen vom Karakorum und im 
                      Norden vom 7700m hohen Kunlun.
                      Das Landschaftsbild ist von Steppe geprägt-der größte Teil des Landes liegt oberhalb der Baumgrenzen.

Klima-           Hochsteppenklima

Bevölkerung- Tibeter und Han-Chinesen

Hauptstadt- Lhasa ( 474 000 Einw.)

Sehenswürdigkeiten

Lhasa 
Lhasa, die sagenumwobene Hauptstadt Tibets ist schon seit dem 7. Jahrhundert Pilgerziel zahlloser Gläubiger. Seit dieser Zeit war Lhasa auch der Herrschaftssitz tibetischer Könige.
Lhasa liegt in 3658m Höhe und ist nicht nur aus diesem Grunde wahrlich atemberaubend .
Ihr Wahrzeichen ist die ehemalige Residenz der Dalai Lamas, der eindrucksvolle Potala -Palast.
Das spirituelle Herzstück der Stadt aber ist der Jokhang Tempel, um diesen Tempel herum hat sich Lhasa einst entwickelt. Er befindet sich in der im Osten  liegenden Altstadt im Barkhor-Viertel. Hier sind auch noch einige der alten Bauten erhalten geblieben, viele sind leider der Industrialisierung zum Opfer gefallen. Jahrhunderte alte Gebäude wurden vielerorts abgerissen und durch schnell hochgezogene gesichtslose Bauten ersetzt. Auch Lhasa wurde jetzt- nicht zuletzt auch durch die bessere Anbindung durch den Hochgeschwindigkeitszug-zur neuen chinesischen Boom-Town.
Trotz allem findet sich in Lhasa ein faszinierender Mix verschiedener Kulturen und noch immer ist es ein Ort von tiefer Spiritualität. Und natürlich ist Lhasa auch das Tor zu dem faszinierenden Land Tibet.

Sehenswürdigkeiten:

Jokhang-Tempel
Der Jokhang-Tempel ist das spirituelle Herz von Tibet. Er wurde 639 n.Chr. für eine Buddha-Statue errichtet, die eine Mitgift von der nepalesischen Prinzessin Bhrikuti für ihre Heirat mit Songtsen Gampo war. Auch eine andere Gemahlin von ihm brachte eine wertvolle Mitgift mit in die Ehe. Die Statue von Jowo Sakyamuni wurde nach dem Tode Gampos hierher gebracht und ist seit dem die meist verehrte Buddha Statue Tibets. Seit dem 7. Jahrhundert pilgern die tibetischen Buddhisten an diesen heiligen Ort. Nicht versäumen darf man die Jowo-Sakyamuni-Kapelle, die Chenresig-Kapelle (der Buddha des Mitgefühls) und das innere Heiligtum, in welcher viele der bedeutendsten Statuen stehen.
Es ist aber auch schon ein bewegendes Erlebnis, den Pilgern bei ihren rituellen Niederwerfungen vor dem Tempel zu zugucken, die Luft gesättigt von Weihrauch und Butterlampen.
Wie auch der Potala wurde der Jokhang-Tempel von der UNESCO als Weltkulturerbe gelistet.

Barkhor
Der Barkhor bezeichnet eine rituelle Pilger-Umrundung (kora), um den äußeren Jokhang-Tempel.  Den Barkhor pilgert man im Uhrzeigersinn um den Tempel herum, es ist das heiligste Ritual Tibets. Hier gibt es ein buntes Treiben an Pilgern, die ihre Gebetsketten (Malas) in der Hand halten und Mantras murmeln und vielen Schaulustigen, die einfach die Atmosphäre genießen. Es heißt, man spüre hier die spirituelle Kraft dieser heiligen Städte.
Es gibt hier aber auch viele bunte Marktstände. An ihnen kann man spirituelle Souvenirs, Pilger-Accessoires, tibetische Gebetsfahnen, Schmuck, Yak-Butter  oder Wachholder Räucherstäbchen erwerben. Auch die Vielfalt der Pilger selbst beeindruckt: die etwas wild aussehenden und Respekt einflößenden Kampas aus Ost-Tibet, sowie Nomaden, die in Schaffell-Umhängen gekleidet sind

Potala-Palast
Der imposante Potala-Palast war einst die Winter-Residenz des geistigen und politischen Oberhauptes, des Dalai Lamas. Der größte Bau Tibets thront auf dem höchsten Punkt von Lhasa, dem Marpo-Hügel. Es ist ein ergreifender Moment, diesen monumentalen Palast das erste Mal zu erblicken..
Die architektonische Meisterleistung hat 13 Stockwerke und über 1000 Zimmer. Seit der Flucht des Dalai Lama 1959 nach Indien, dient der Potala nur noch als Museum zur Darstellung tibetischer Kultur und Kunst. Es gibt zwei Hauptgebäude: den 1645 unter dem 5. Dalai Lama erbauten Weißen Palast und den 1693 fertiggestellten Roten Palast.
Besonders sehenswert ist die Kapelle des 13. Dalai Lamas, in deren goldverzierter Stupa seine mumifizierten Überreste ruhen und das 3-D-Mandala, das mit Edelsteinen besetzt ist und einen Teil des Pfades zur Erleuchtung symbolisiert.
Der Potala-Palast ist nach der Überlieferung des tibetischen Buddhismus Sitz des Bodhisattva Avalokitesvara.  Die Dalai Lamas gelten als Verkörperung Avalokitesvaras  und Avalokitesvara wird als Schutzgottheit Tibets angesehen.
Auch der Potala-Palast gehört zum UNESCO Weltkulturerbe.


Namtso-See 112km nordwestlich von Lhasa.
Der „ Der See des Himmels“ ist ein beliebtes Ausflugziel und trumpft mit allen Reizen des tibetischen Hochlandes auf: Weiden mit Yaks, Schneegipfel und Wasser in strahlendem Türkis. Er ist einer der heiligen Seen Tibets. Der See ist mit 70 km Länge und 30 km Breite der zweitgrößte Salzwassersee Chinas. Im Sommer haben hier viele Nomaden ihr Lager. Viele Besucher übernachten im Kloster Tashi Dor.

 


 


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