Terrakotta Krieger



Die Terrakotta Armee im Mausoleum des Kaisers Qín Shihuángdis

Mit Qín Shihuángdì als erstem chinesischen Herrscher, der den Titel Kaiser tragen durfte, beginnt die chinesische Qin-Dynastie und somit auch die Ära der chinesischen Kaiserreiche. Zuvor war es Qín Shihuángdì gelugen, die Reiche Wei, Zhao, Han, Qi, Yan und Chu zu erobern und mit dem Staate Qin, unter seiner Herrschaft zu vereinen. Der daraus entstandene Staat hatte zwar noch längst nicht die Ausdehnung des heutigen Chinas erreicht, aber er vereinte erstmals nahezu alle von Chinesen besiedelten Gebiete in einem Reich. ... mehr...



Die Epoche vor der Qin-Dynastie wird die Zeit der Streitenden Reiche genannt.
Qín Shihuángdì 259v.Chr. geboren wurde lediglich 49 Jahre alt. Er verstarb 210v.Chr. und wurde nach dem Tode in seinem Mausoleum beschützt von einer riesigen bedrohlichen Armee beerdigt, deren Existenz über Jahrtausende geheim gehalten werden konnte.

Die Fundstelle der Terrakotta Armee:

Etwa 1000km südwestlich von der chinesischen Hauptstadt entfernt, liegt die Provinz-Hauptstadt Xian in der Region Shaanxi.
Diese Stadt hat den Soldaten der weltberühmten Terrakotta Armee zwar den Namen Xian-Krieger eingebracht, die eigentliche Fundstelle liegt allerdings nocheinmal ca. 36km entfernt von Xian in unmittelbarer Nähe der Kleinstadt Lintong.
Hier entdeckten 1974 chinesische Landarbeiter durch Zufall beim Bau eines Brunnens, die Grabstätte des Kaisers Qín Shihuángdìs. Dieser Fund sollte sich als einer der bedeutendsten archäologischen Entdeckungen des 20 Jahrhunderts heraus stellen und zwar nicht nur wegen des Alters der Fundstücke ( die Krieger stammen schließlich aus dem 3ten Jahrhundert v.Chr ) , sondern auch wegen des schieren Größen-Ausmaßes der Grabanlage.
Heute fast 40 Jahre nach der Entdeckung, ist erst ca. ein Viertel der gesamten Grabanlage frei gelegt.

Die Größe der Grabanlage:

Es wird vermutet, dass die Bauarbeiten an der Anlage 246v.Chr. begannen und 36Jahre andauerten. Während der höchsten Bautätigkeit, waren wohl bis zu 700.000 Zwangsarbeiter beschäftigt.

Das Ergebnis ist beeindruckend und kann mit Fug und Recht als das achte bzw. neben der chinesischen Mauer als das neunte Weltwunder betrachtet werden:

- Eine Grabanlage mit einem Ausmaß von ca. 56km²
- 7278 lebensgroße Terrakotta Krieger, von denen kein Exemplar dem anderen gleicht
- 130 hölzerne Kampfwagen
- knapp 500 Terrakotta-Pferde
- Zahlreiche Opfergaben aus Bronzeguss.

Da erst ein ca. ein Viertel der gesamten Anlage offen gelegt worden ist, können diese Dimensionen natürlich nur geschätzt werden, aber fest steht: Die Terrakotta Armee hatte die Dimension einer richtigen Armee aus dieser Zeit. Die Krieger wurden übrigens mit Waffen ausgestattet, die mit einer Chromsalzlösung vor Verfall geschützt worden sind.

Archäologisch betrachtet ist es ein großes Glück, dass noch lange nicht alle Teile der Anlage frei gelegt sind, denn erst im Jahre 2004 gelang es Wissenschaftlern ein Verfahren zu entwickeln, durch welches die Originalbemalung der Krieger konserviert werden konnte. Bei allen Terrakotta Kriegern, die zuvor ausgegraben worden sind, zerfiel die schützende Glasur schon nach wenigen Stunden.

Bis zur Grabkammer des Kaisers Qín Shihuángdìs sind die Forscher übrigens immer noch nicht vorgedrungen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Archäologen sich über den genauen Standort der Grabkammer nicht ganz sicher sind. Der Kaiser ließ nämlich mehrere große Hügel errichten, um potentielle Räuber so von dem tatsächlichen Standort seines Grabes abzulenken. Der künstliche Erdhügel, in dem das kaiserliche Grab vermutet wird, muss nicht unbedingt der tatsächliche Grabhügel sein.

Es wird also noch lange spannend bleiben rund um das Thema Terrakotta Armee.

Detailierte Nachbildungen der Terrakotta Krieger wurden in zahlreichen Austellungen und in Museen rund um den Globus präsentiert. Verständlicherweise scheute sich die chinesische Kulturbehörde davor die zerbrechlichen Originale aus der Armee in Xian auszuleihen.

In Xian selbst, kann man natürlich eine riesige Ausstellung mit den Original Kriegern bewundern. Wer eine Rundreise durch China plant, sollte die Ausstellung auf keinen Fall verpassen.

Nach oft aufwendiger Restaurierung werden die Terrakotta Krieger in den riesigen Gruben ausgestellt, in denen sie zuvor vergraben waren.

Weiterführende Information rund um das Thema finden Sie unter dem folgenden Link: Wikipedia