Shanxi


Shanxi bedeutet westlich der Berge ( Taihan Shan Gebirge).
Im Norden begrenzt die Provinz die chinesische Mauer und die Innere Mongolei, im Westen Shaanxi, im Süden Henan und im Osten Hebei.
Sie liegt einige Fahrtstunden südwestlich von Peking und ist Teil des großen Lössplateaus.
Ihre Lage dicht an der nordchinesischen Ebene sowohl ihre Nähe zur Inneren Mongolei und zu Zentralasien sorgte für eine große kulturelle Vielfalt in dieser Region.
Shanxi galt einmal als reichste Provinz in Zentral China und als dessen Handels-und Wirtschaftszentrum. Heute ist es sehr stark industrialisiert-Kohle ist der wichtigste Rohstoff der Provinz.

Shanxi gilt als Wiege der chinesischen Kultur. Auch der Buddhismus gelangte über Indien zuerst zu diesem Teil Chinas. Davon zeugt eine Vielzahl buddhistischer Tempel, allen voran das berühmte Hängende Kloster in der Nähe von Datong.
Auch die Yungan Grotten, die 2001 zum UNESCO Weltkulturerbe wurden, beherbergen buddhistische Schätze. Das Wutai-Gebirge ist einer der heiligsten buddhistischen Plätze.

Kerndaten:

Einwohner-        ca.34 Mio.

Fläche-              156.800km²

Geografie-         Großteil der Fläche über 1000m, 2/3 der Provinz sind Teil des Lössplateaus

Klima-                 kalt und trocken, semi-arides Klima

Bevölkerung-     99% Han-Chinesen, wenige Hui, Mandschuren, Mongolen

Hauptstadt-        Taiyuan ( 1,9 Mio.)

 

Sehenswürdigkeiten:

Datong
(1,5 Mio.) 265km südwestlich von Beijing

Datong ist zwar heute sehr durch den exzessiven Kohleabbau geprägt aber hat dennoch eine reiche Vergangenheit. Sie ist der Ausgangspunkt von einigen interessanten Sehenswürdigkeiten. Die Stadt liegt an der Grenze zur Inneren Mongolei und hatte in ihrer Geschichte zweimal den Status einer Hauptstadt. Einmal war sie die Hauptstadt der Nördlichen Wei (386-534) und dann der Liao-Herrscher (907-1125). Die Nördlichen Wei waren Buddhisten und schufen die Yungan-Grotten (s.u.)

Heng Shan Bei yue
Das Nordgebirge ist einer der fünf heiligen daoistischen Berge Chinas. Das Gebirge liegt im Nordosten der Provinz, 65km von Datong, ist über 150km lang und sein höchster Gipfel mit über 2000m ist der Tianfeng. Das Heng Shan Gebirge ist malerisch, mit bizarren Felsen,
urwüchsigen Wäldern und vielen verstreuten und teilweise spektakulär in die Felshänge gebauten Tempelanlagen. Diese Berglandschaft war Jahrhunderte lang ein Ort der Zuflucht und der Ehrerbietung, was viele Felsinschriften belegen. Schon der erste Qin-Kaiser, Qin Shi Huangdi kletterte hier. Die berühmteste Attraktion aber ist der

Hängende Tempel Xuankong Si
Vor über 1500 Jahren wurde dasXuankong Kloster an der steilen Felswand errichtet. Über 40 Hallen wurden in natürliche Höhlen gebaut, nur die Fassade ist aus Holz. Die Hallen sind durch Wege und Brücken miteinander verbunden.
In der Drei-Religionen-Halle (Sanjiao Dian) sitzen Buddha, Laozi und Konfuzius zusammen.
Man erreicht das Kloster, in dem man zuerst mit dem Zug von Datong nach Hunyan fährt und von hier ein Taxi nimmt.

Yungan Grotten (Wolkengrat-Grotten)
Die Yungan-Grotten ,16km westlich von Datong, sind seit 2001 auf der Liste des UNESCO Weltkulturerbes. Sie sind eines der wichtigsten buddhistischen Monumente Chinas und zugleich ein Zeugnis großer Steinmetzkunst. Die Grotten erstrecken sich entlang einer Sandsteinwand am Fuß des Wuzhou Shan über 1km.
Sie bestehen aus 42 Höhlen und beherbergen ca. 51000 in den Sandstein gehauene Buddha-Stauen unterschiedlichster Größe. Von Miniaturen bis zu riesenhaften 18m Buddhas.
Die Arbeiten begannen 460 von den Nördlichen Wei, die ein Monument für ihre neue Staatsreligion, den Buddhismus, erschaffen wollten. Die Arbeiten an den Grotten dauerten 65 Jahre. 525 endete die Bauphase, da Datong von Aufständen erschüttert wurde. Die Statuen weisen viele verschiedene Einflüsse anderer Kulturen auf (indische, persische und zentralasiatische Elemente sind auf die Einflüsse der Seidenstraße zurück zuführen). Witterungs-und Alterungsbedingt sind viele Grotten und Statuen zerstört. Seit 1950 werden von der chinesischen Regierung verstärkt Maßnahmen ergriffen, um den Zustand der Grotten zu erhalten.

Pingyao (42.000 Einw.) 80km südwestlich von der Provinzhauptstadt Taiyuan
Die Ming-Stil Stadt mit der historisch gewachsenen Altstadt wurde 1997 in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen. Die erste Besiedlung lässt sich bis zur Zhou Dynastie (800-900 v.Chr.)zurückverfolgen. In der autofreien Stadt reiht sich ein historisches Gebäude an das andere – es gibt neben Tempeln und Hofhäusern noch über 3000 historische Läden. Pingyao hat die längste noch weitgehend intakte Stadtmauer aus der Ming-Zeit. Früher war Pingyao ein Bankenzentrum mit über 400 Banken(Ming-und Qing-Ära) und war noch bis zur Mitte des 19.Jh. führend im chinesischen Finanzsektor. Hier soll die erste Wechselbank entstanden sein. Mit dem Aufstieg der Küstenmetropolen verlor Pingyao aber immer mehr an Bedeutung, was aber auch dazu führte, dass die Stadt weitgehend vor der Zerstörung während der Kulturrevolution verschont blieb.
Aber auch dem Einfallsreichtum der Bürger war es zu verdanken, dass vieles erhalten blieb: den Zhenguo-Tempel funktionierten sie aus Angst vor der Zerstörung durch die roten Garden, in einen Kornspeicher um!

Nicht verpassen:

Glockenturm in der Nan Dajie, mit geschwungenen Giebelbalken und schönen Ornamenten
Rishenchang (West Street, Zentrum) Chinas erste Wechselbank dient heute als Museum.
Stadtmauer Die 6km lange und 12m hohe Stadtmauer soll dem Umriss einer Schildkröte ähneln, besonders schön ist der Kuixing-Turm, ein achteckiger Pavillon, der sich über die Mauer erhebt.

 

 

 


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