Republik China 1911-1949

1905 gründete der chinesische Arzt Sun Yat-sen im japanischen Exil den Revolutionsbund Tongmenhui.
Die Eckpunkte seiner Politik waren „Nationalismus, Mitbestimmung und Volkswohlfahrt“ sowie eine parlamentarische Demokratie.
Gerade in der städtischen Bevölkerung bekam er viel Zuspruch und es gelang, 1911 den Kaiser zu stürzen. Der Kindkaiser Pu Yi musste 1911 abdanken. Sun Yat-sen wurde zum Übergangspräsidenten gewählt, musste aber bald zugunsten von General Yuan Shikai zurücktreten. Ab 1916 wurde China von einer Reihe regionaler „Warlords“ ( Militärmachthaber ) kontrolliert, eine Phase der Willkür und Anarchie. Diese selbsternannten Herrscher bekriegten sich unentwegt und finanzierten diese Kriege durch Steuererhöhungen.
In den Metropolen brach dennoch die Moderne an, auch durch den inspirierenden Einfluss ausländischer Studenten. Als Beginn der politischen Moderne gilt die „Vierte- Mai-Bewegung“, in der erstmals die gesprochene chinesische Sprache als Schriftsprache eingesetzt wurde und nicht mehr das schwer lesbare klassische Chinesisch. Immer mehr junge Menschen befassten sich nun mit dem westlichen Gedankengut-besonders beliebt war der Marxismus.

Das sozialistische China

1921 gründete sich die Kommunistische Partei Chinas (KPCh), durch einige Gründungsmitglieder, die sich anfangs vor allem in der Shanghaier Arbeiterschaft engagierten.
Auch die Partei Sun Yat-sens, Guomindang (GMD), erstarkte wieder und anfangs arbeiteten die beiden Gruppierungen zusammen. Als Sun Yat-sen 1925 starb übernahm der junge Chiang Kai-shek die Führung. Zusammen mit den Kommunisten besiegte er 1928 die Warlords und ließ sich zum Präsidenten Chinas wählen. Für kurze Zeit bestand ein Bündnis zwischen der KPCh und der GMD („Vereinigte Front“ ). Doch bald wand sich Chiang immer deutlicher gegen die linke Gruppierung. 1927 ließ er in Shanghai ein Massaker unter den Kommunisten anrichten.

Zwei der vertriebenen Kommunisten Mao Zedong und Zhou Enlai flohen in die ländliche Provinz Jiangxi und gründeten 1932 die „ chinesische Sowjetrepublik Jiangxi“. Immer mehr Anhänger folgten ihnen ins Exil. Die Guomindang unter Chiang eroberten die besetzten Gebiete und den Kommunisten gelang nur knapp die Flucht. Getrieben von den GMD flohen sie durch halb China.
Auf der, als „ Großer Marsch“ bekannten Strecke, verfestigten sich die politischen Ideen Mao Zedongs und machten sie in ganz China bekannt. 1935- nach 12 000 km Strecke- kamen etwa 10 000 der ehemals 100 000 Teilnehmer des Marsches in Yan`an, in der Provinz Shaanxi an und machten dieses zu ihrem Hauptquartier ( bis 1945 ).
Diejenigen, die die Strapazen überstanden hatten, gehörten jetzt automatisch zum Führungszirkel.

Besetzung durch Japan

1931 besetze Japan die Mandschurei und drang in den nächsten Jahren bis weit in den Norden Chinas vor, sie brachten Tod und Verwüstung und nahmen viele Städte ein. Erst 1945 schaffte es China, die Japaner zu vertreiben.

Volksrepublik China

1948 nahmen die Kommunisten die durch die Sowjets besetzten Küstengebiete ein und Mao Zedong rief am 1.10.1948 die Volksrepublik China ( VR ) aus. Es folgten Schauprozesse, in denen über 100 000 „ Klassenfeinde“, v.a. Landbesitzer, ihr Leben verloren.
Chiang Kai-shek floh nach Taiwan und rief dort die Republik China auf Taiwan aus.
Die ersten Jahre der VR China standen ganz unter dem Zeichen des Wiederaufbaus. Landwirtschaft und Industrie entwickelten sich und die ungleiche Landverteilung wurde abgeschafft.

1957 Hundert Blumen-Bewegung

Intellektuelle und Künstler wurden aufgefordert, ihre Kritik am Staat offen zu äußern, was auch ausgiebig getan wurde. Das Protestpotential schien aber dann zu groß, so dass 1958 die Kampagne wiederrufen wurde. Es gab harte Strafen für diejenigen, die ihre Kritik zu stark geäußert haben.

 

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