Peking Oper - Die Essenz chinesischer Kultur
 

Die Peking Oper kommt nicht, wie man vermuten würde, aus der Hauptstadt sondern entstand Ende des 18. Jahrhunderts in den zentralchinesischen Provinzen Shaanxi, Hubei und Anhui.

Von dort kam sie an den Hof des Kaisers Qianlong, der von ihr begeistert war und erfreute sich sofort großer Beliebtheit in der pekinger Bevölkerung.

Die Peking oder Beijing Opera verbindet die Elemente Musik, Tanz, Akrobatik, Pantomime und Kampfkunst und verknüpft diese mit mythologischer Handlung, mit bekannten Legenden und Märchen sowie klassischer Literatur.

Manchmal dauert dieses Gesamtkunstwerk mehrere Tage und beinhaltet bis zu 100 Akte. Meist dauert eine Aufführung allerdings 3-4 Stunden.

Bis ein Schauspieler das komplette Repertoire beherrscht, dauert es an die zehn Jahre!

Für den westlichen Besucher ist die Bejing Opera ein unvergessliches und manchmal schwer zu verdauendes Erlebnis.

An vielen Souvenirläden gibt es sogar T-Shirts mit der Aufschrift: I survived Beijing Opera! Um den Touristen diesen Besuch etwas schmackhafter zu machen, gibt es stark gekütze Versionen, die eine "Kostprobe"bieten.

Um den Beginn des 19. Jahrhunderts herum, verschwand sie von den Bühnen, wurde aber in den 1920er Jahren als historische Opernform wieder entdeckt.

Der berühmtester Dartseller war Cheng Changgeng (1811-1880).


Rollentypen.


Alle Rollen werden in vier Grundquaraktere eingeteilt:

Sheng, die männliche Rolle- jung oder alt; mit oder ohne Bart

Dan, die weibliche Rolle- unterschieden in sechs Rollen, vom Mädchen bis zur Frau

Jing, die geschminkte mänliche Rolle - die stärkste Persönlichkeit, mit imposantem Erscheinungsbild,

und der Clown (chou) - er hat eine weiß gefärbte Partie im Gesicht  und stellt komische und begriffsstutzige Typen dar.

Farben der Masken

Eine besondere symbolische Bedeutung haben die Farben der Masken. Mit ihrer Hilfe erkennt der Zuschauer die Grundgesinnung der Figur:

Rot bedeutet Loyalität und Aufrichtigkeit

Schwarz-ehrlicher aber ungehobelter Charakter

Weiß-läßt auf Intelligenz und Intrigen schließen

grün- unbeständiger Charakter

gold-bleibt den Göttern vorbehalten

silber-für die dämonenhaften Charaktere


Farben der Kleidung

gelb- trägt der Kaiser

rot-für die Adligen

blau-tragen nur aufrichtige Menschen, zeigt aber auch Wildheit und Entschlossenheit

weiss-für ältere Beamte


Musikinstrumente

Das orchester der Beijing Opera besteht aus sechs oder sieben Musikern mit Streich-Blas- und Perkussionsinstrumenten.

Zu den Saiteninstrumenten gehören die chinesische zweisaitige erhu,
die sanxian-eine dreisaitige Laute, die yueqin ( Kurzhalslaute ) und die pipa,
die einer europäischen Laute ähnelt und im Sitzen gespielt wird.

Schlaginstrumente wie Gongs, Trommeln und Klappern sind vor allem bei Action-Szenen zu hören.
Man sagt, wahre Kenner der Peking-Oper sehen sich die Oper nicht an, sie hören sie sich an.


In der heutigen Zeit, ist es immer schwerer, junge Leute für diese Kunstform zu begeistern. Das liegt z.b. an den  altertümlichen Inhalten und der oft sehr schwer zu verstehenden Handlung.

So wird der Gesang so übertrieben artikuliert, dass der Text nur zu verstehen ist, wenn er an Tafeln vor dem Publikum geschwenkt wird.
Die Bühne selber ist, da die Ursprünge bei herumreisenden Mongolen liegen, sehr karg und ohne Requisiten. Also braucht die Handlung viele Symbole, um verständlich zu werden (ein Reiter wird z.b. dargestellt, indem ein Darsteller eine Peitsche erhebt).
Kennt man diese Symbole nicht, bleibt einem der Handlungsverlauf ein Rätsel.

Um junge Künstler zu motivieren, sich dieser Kunstfrom wieder zuzuwenden, vergibt die Regierung heute Stipendien.
 

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