Kaiser-Dynastien

Shang-Dynastie ( 1600 -1050 v. Chr.)


Die Shang Dynastie steht für den Beginn der Bronzezeit. Die Machtausübung lag bei Königen, die als Halbgötter mit Göttern kommunizierten, Kulte ausführten und Knochenorakel befragten. Üblich waren Grabbeilagen, es gab auch Menschenopfern. Es existierte ein starker Kriegeradel mit Armeen und es gab schon Pferdewagen. Die Metallverarbeitung und Bronzeherstellung der Shang war weltführend.

Zhou-Dynastien
Westliche Zhou-Dynastie ( 1066-771 v. Chr.)

Seit der Zhou Dynastie gab es die Vorstellung vom "Mandat des Himmels", welches bis ins moderne China herein reichte. Der Kaiser hatte einen göttlichen Herrschaftsauftrag und wurden die Götter erzürnt, dann war das die Rechtfertigung dafür, den Kaiser zu stürzen und eine neue Dynastie zu gründen. Die Shang hatten den Herrschaftsauftrag verspielt, sie waren in den Augen ihrer Nachfolger zu dekadent. Mit den Zhou kam eine feudale Organisation des Staates, Vasallen-Fürsten regierten das Land  im Namen des Königs, diese erstarkten bald und wollten den Anweisungen eines fernen Königs nicht mehr folgen. Der Druck aus dem Norden nahm durch Nomadenangriffe zu und die Hauptstadt wurde 771 von Xi`an ins weiter östlich gelegene Luoyang verlegt. Hier beginnt das Zeitalter der Östlichen Zhou:

Periode der Östlichen Zhou (770-475 v. Chr.)

Die Rolle des Königs beschränkt sich nun immer mehr auf religiöse Aktivitäten, er hat keine politische Kontrolle mehr. Die erstarkten Fürsten bekriegen sich untereinander. Eine neue Berufsgruppe wird geschaffen: höfische Berater, die von Staat zu Staat zogen. Sie hatten bald ihre eigenen Anhänger und sorgten für eine politische und philosophische Diskussionskultur.
In der nun folgenden Zeit der streitenden Reiche (453-256) kam es zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen, verschiedene Herrscher kämpften um den Machtanspruch.
Für die Philosophie war es eine sehr wichtige Zeit:
Konfuzianismus, Daoismus und Legalismus entstanden

Qin- Dynastie (221-206 v. Chr.)

Regent Zheng besiegte nach 10 jährigen Krieg seine Konkurrenten und ernennt sich zum ersten Kaiser Chinas: Hangzhou. Seine politische Linie basiert auf dem Legalismus. Der Regent hat die absolute Herrschaft inne und er führt sein Regiment als straffen Zentralstaat. Es gibt ein System der kollektiven Verantwortung und für Vergehen werden exemplarisch sehr harte Strafen ausgeübt. Der Kaiser ließ 120 000 adlige Familien in die neue Hauptstadt Chang`an umsiedeln (heutiges Xi`an), um sie unter seiner Kontrolle zu wissen. Qin Shi Huangdi vereinheitlichte Maße, Gewichte und Währung.
Zum Schutz des Reiches vor Angriffen durch die Nomaden ließ er die Chinesische Mauer errichten.
In 17 Jahren schafften über 1 Mio. Arbeiter, die meist zwangsrekrutiert wurden, die ersten 1900km der Mauer.
Zu seinen Lebzeiten traf der größenwahnsinnige Kaiser schon Vorbereitungen für seinen Tod, die Terrakotta-Armee sollte ihn auch nach dem Ableben vor Feinden beschützen. Sie besteht aus tausenden von lebensgroßen Tonsoldaten.

Han-Dynastie ( 206v.Chr.-220 n.Chr.)

Westliche Han ( 206-9 n. Chr.)

Hier beginnt für China das goldene Zeitalter. Kaiser Gaodi ließ Changàn als Hauptstadt erbauen.
Die durch die Qin eingerichtete Zentralverwaltung blieb bestehen aber die staatliche Kontrolle wurde insgesamt gelockert. Zur Erleichterung der Bevölkerung wurden die Steuern gesenkt und die Philosophie des Konfuzius durfte wieder ausgeübt werden. Erstmals kamen Beamte zum Einsatz, die Verwaltungsaufgaben übernahmen und für die nächsten 2000 Jahre typisch für China waren.
Der Handel entlang der Seidenstraße entstand in dieser Epoche. Mit Anschluss von Vietnam und Korea breitete sich das Riesenreich bis nach Zentralasien aus.
In dieser für Chinas Kultur glanzvollen Zeit entstand auch das erste Papier und der Buchdruck, sowie die Gewinnung von Stahl. Die Han-Dynastie dient als Vorbild für die Chinesen. Heute noch bezeichnen sie sich als das Volk der Han und den hochchinesischen Dialekt bezeichnen sie als Han-Chinesisch. Der Buddhismus breitete sich aus.
Probleme bereiteten die Angriffe der Nomaden aus dem Norden und es machte gewaltige Schwierigkeiten den großen Staat mit einer Reihe von Kaisern zu verwalten, die nur am Palastleben interessiert waren.
Dann kam Wang Mang an die Macht, der dafür sorgte, dass alle Großgrundbesitzer enteignet und die Sklaverei abgeschafft wurde.

Östliche Han ( 25-220 n. Chr.)

Nicht alle aber waren davon begeistert, so kam der Aufständischen Führer Liu Xin an die Macht und kehrte zu den Grundprinzipien der Han zurück. Die Hauptstadt war nun in Luoyang. Trotz vieler Bemühungen gelang es den östlichen Han nicht, die Dynastie wieder zu beleben.
Es war schwierig, ein so großes Reich zu regieren und lokale Herrscher erstarkten erneut. Die Bevölkerung war verarmt, immer wieder wurden aufgrund der kostspieligen Expansionspolitik die Steuern erhöht und das Geld entwertet. Nach vielen turbulenten Jahren, dem Bauernaufstand der „Gelben Turbane“ und vielen Hofintrigen, kam es 220 zur Teilung des Reiches.

Periode der Teilung (265-581)

Es folgten 350 Jahre Krieg unter der Herrschaft von 14 Dynastien und 16 Königreichen. China wurde in die Nördliche und Südliche Dynastie geteilt. Im Norden fielen fremde Völker ein. Das Toba-Volk gründete 386 die Nördliche Wie-Dynastie. Diese fremden Herrscher waren fremden Ideen und Religionen gegenüber sehr aufgeschlossen und praktizierten den Buddhismus.
Sie waren es, die die wunderbaren Yungan-Grotten, ein großartiges buddhistisches Monument erschufen.
Die Han zogen sich nun in den Süden zurück und gründeten in Nanjing ihre neue Hauptstadt.

Sui-Dynastie (581-618)

Ein Militärführer aus dem Norden, Yang Jian, eroberte nach und nach Gesamtchina und gründete 581 die Sui-Dynastie. Xiàn war wieder Hauptstadt von China.
Die Reichsverwaltung basierte erneut auf konfuzianischen Prinzipien. Sie wurde eingeteilt in Ministerien für Beamte, Finanzen, Justiz, Militär, öffentliche Arbeiten und Riten.
Zwar war es eine Phase politischer und wirtschaftlicher Stabilität, doch der Unmut in der Bevölkerung wuchs. Große Mengen an Arbeitern wurden durch den vorangetriebenen Bau der chinesischen Mauer und den Bau des Großen Kanals aufgerieben. Durch den Bau des Kaiserkanals sollte eine Transportverbindung zwischen Nord-und Südchina entstehen.
Beziehungen zu Taiwan und Japan wurden aufgenommen und der Handel nach Zentralasien ausgeweitet. Nach nicht mal 30 Jahren wurde die Herrschaft der Sui gestürzt.

Tang-Dynastie (618-907)

Die Tang-Dynastie ist ein weiteres Goldenes Zeitalter Chinas. Sie ist geprägt von Wohlstand, territorialer Erweiterung und politischer Stabilität. China konnte sich entlang der Seidenstraße ausbreiten. Mit den ausländischen Händlern kam auch neues Gedankengut ins Land und fruchtete in großer religiöser und philosophischer Toleranz. Zwar war der Konfuzianismus herrschend aber auch der Buddhismus entwickelte sich stark. In der Tang-Dynastie erblühten auch die Dichtkunst, das Kunsthandwerk und die Wissenschaft. Die chinesische Porzellanherstellung erreichte ein nie dagewesenes Niveau.
Das Land wurde gleichmäßig auf Lebenszeit unter Bauern aufgeteilt und der Lebensstandard wurde stark verbessert, woraus ein großes Bevölkerungswachstum resultierte.
China hatte damals seine größte geografische Ausdehnung. Es reichte von Korea über Vietnam bis nach Südsibirien. Das Ende der Tang Zeit war eher unrühmlich: in einer großen Kampagne gegen den Buddhismus wurden 4000 Klöster zerschlagen und der Klerus enteignet. Die Mönche waren dem Kaiser zu reich geworden.
Mit dem Aufstand des Huang Ho, dem angeblich 30 Mio. Menschen zum Opfer fielen, endete die Tang-Dynastie.

Liao-Dynastie (907-1125)

Die Liao-Dynastie erstreckte sich über die Mongolei, die Mandschurei bis nach Nordchina. Die Herrscher waren das halbnomadische Bauernvolk der Qidan. Sie führten eine Doppelregierung mit den Chinesen und behielten die Herrschaftsstrukturen der Tan. 1115 wurden sie von einem anderen halbnomadischen Volk, den Ruzhen erobert, welche Unterstützung von den nördlichen Song erhielten. Die Jin-Dynastie wurde gegründet. Die Liao wurden nach Westen ins Tian-Shan-Gebirge vertrieben.

Fünf Dynastien und zehn Königreiche (907-960)

Während die halbnomadischen Steppenvölker den Norden in Schacht hielten, erlebte der Süden mehrere Militärdiktaturen. 960 gründete General Zhao Kuangyin die Song-Dynastie. Im Yangzi-Delta gab es zehn Königreiche, die 979 von den Song wieder vereint wurden.

Song-Dynastie (960-1179)

General Zhao Kuangyin gründete 960 die Song-Dynastie,der Fokus war nun weniger auf Ausdehnung des Reiches gerichtet, sondern auf wirtschaftliches Vorankommen. Neue Produktionszweige wurden entwickelt und die ersten Manufakturen entstanden in den Städten. Die Porzellanherstellung wurde immer bedeutsamer und das Papiergeld wurde eingeführt. Der Buchdruck wurde weiter entwickelt und das Bildungsniveau der Bevölkerung stieg. Trotz dieser kulturellen und wirtschaftlichen Hochzeit, blieben die außenpolitischen Probleme. Die nördlichen Song gerieten nun in Konflikte mit den westlichen Xia. Im Nordosten griffen die Jin an und eroberten die Hauptstadt Kaifeng der nördlichen Song.
Der Kaiserhof musste sich zurückziehen und so entstand südlich des Yangzi mit Linàn (Hangzhou) die Hauptstadt der südlichen Song.
Wirtschaftlich war der Süden dank neuer Tee-und Reissorten und neuartiger Bewässerung erfolgreich, langfristig unterlagen die Song aber dem Reitervolk aus dem Norden.
Bereits Anfang des 13. Jh. gelang es dem Mongolenherrscher Dschingis Khan Teile Chinas zu erobern, sein Enkel Kublai zerschlug schließlich das Song-Reich und wurde zum Herrscher über ganz China.

Yuan-Dynastie (1279-1368)-Mongolenherrschaft

China wurde Teil eines riesigen Imperiums, das sich vom ost-chinesischen Meer über ganz Asien bis nach Polen, Ungarn und Böhmen erstreckte. Die Seidenstraße wurde verlängert, sie verband nun China, Vorderasien und das mittelalterliche Europa. Erstmals kam es zum Kontakt zwischen dem mongolischen Hof und europäischen Diplomaten und Händlern, sowie Franziskanermissionaren. Die Chinesen waren unter der Macht der Mongolen nur noch Bürger unterster Klasse, die Führungspositionen wurden von Mongolen oder Muslimen aus Westasien besetzt.
Die Kampfkraft der Mongolen schwand mit der Zeit allerdings immer mehr, sie gewöhnten sich an das angenehme sesshafte Leben am Hofe und wurden träge.
Mitte des 14. Jahrhunderts als bei einer Überschwemmung die Deiche des Gelben Flusses brachen, wurde es dem Volk endgültig zu viel, die Yuan-Dynastie wurde im „Aufstand der Roten Turbane“ gestürzt.

Ming-Dynastie (1368-1644)

Die Ming-Dynastie war eine der längsten und stabilsten Phasen der chinesischen Geschichte. Zhu Yuanzhang war ihr Gründer, er kam ursprünglich aus armen Verhältnissen. Er gab sich als Kaiser den Namen Hongwu („Große militärische Verdienste“). Der wirtschaftliche Wiederaufbau stand nun im Mittelpunkt. Er regierte autokratisch und übernahm selbst die Überwachung aller Ministerien. Es kam zu radikalen Reformen und harte Strafen wurden ausgeübt, die der Abschreckung dienen sollten, Die Bevölkerung wurde in Bauern, Handwerkerund Soldaten eingeteilt, ein Berufswechsel war verboten. Sein Nachfolger wurde Kaiser Yongle (reg.1403-24). Unter ihm wurde Peking neu errichtet, die Verbotene Stadt, der Kaiserpalast und die Stadtmauer gebaut und Peking zur Hauptstadt. Die Chinesische Mauer wurde erweitert.
China war im 15. Jahrhundert zur bedeutenden Seemacht geworden und Kaiser Yongle richtete 7 Expeditionen unter dem Eunuchen Admiral Zheng He aus. Seine Schiffe gelangten bis nach Zentralasien und zur Ostküste Afrikas. Besonders gefragt waren die chinesische Seide und das blau-weiße Porzellan. Nach seinem Tode wurden diese Expeditionen gestoppt. Die Außenkontakte wieder eingestellt. Allerdings hatten nun die Europäer ihrerseits Interesse an China.1514 landeten portugiesische Händler in China, um Tee einzukaufen. 1624 ließen sich die Niederlande in Taiwan nieder und die Briten kamen 1637.
Am Ende der Ming-Zeit kam es zu einer Schwächung des Kaiserhofes durch die Palastintrigen und die Machtstellung der Eunuchen. Insgesamt geschwächte kam es 1644 zur Machtergreifung der Mandschuren, einem nordöstlichen Nachbarvolk.

Qing-Dynastie (1644-1911)

Die Mandschus übernahmen die chinesischen Herrschaftsstrukturen und arbeiteten auf Verwaltungsebene nun Seite an Seite mit den Chinesen. Dennoch wollten sie keine Vermischung von Eroberern und Unterdrückten. So waren keine Mischehen erlaubt und die Chinesen mussten Mandschu-Zöpfe tragen.

China erblühte vorerst unter der Herrschaft der Qing-Kaiser. Außenpolitik waren sie wieder ganz auf Expansionskurs ausgerichtet. Es gelang ihnen, die gesamte Mongolei zu besetzen und auch die Provinzen Xinjiang, Tibet, Taiwan und Nordvietnam wurden eingenommen. Durch diese Militärschläge abgelenkt, übersah man die Ambitionen der europäischen Kolonialmächte, die sich in Richtung China wandten. Bis jetzt waren die europäischen Händler gezwungen, über Mittelsmänner im Hafen von Kanton zu verhandeln.

Opiumkriege( 1840-42 u.1856-60)

Die Briten handelten vor allem mit Opium, der bald die chinesischen Staatskassen plünderte.
Der chinesische Kaiser ließ kurz darauf das Opium verbieten und vernichtete 20 000 Kisten der Droge, die sich in englischem Besitz befanden. Darauf folgte auf Seiten der Briten eine Strafexpedition und einige Küstenstädte wurden beschossen. Im Vertrag von Nanjing wurde China gezwungen, vier weitere Städte dem Handel zu öffnen und Hong Kong an England abzutreten. Die Briten zwangen China außerdem zur Duldung des Opiumhandels.
Im zweiten Opiumkrieg (1856-60) sicherten sich auch die anderen europäischen Mächte ähnliche Rechte.
Japan, Russland, Deutschland, Großbritannien und Frankreich verwandelten in dieser Zeit große Teile Chinas in Kolonien und zwangen China zur Öffnung des ausländischen Handels.

Taiping Aufstand (1853-64)

Nach Ende des 2. Opiumkrieges musste China hohe Reparaturen an Großbritannien zahlen. China erhöhte drastisch die Steuern, was in ländlichen Gebieten zu großer Armut führte. Die Unzufriedenheit der Menschen nutzte Hong Xiuquan, ein labiler Beamtenkandidat aus. Dieser skurrile Charakter kam mit einer christlichen Mission in Kontakt und glaubte, er wäre der jüngere Bruder Jesu und dazu berufen, China zu retten. Sein Programm war eine strikte Anti-Drogenpolitik, Abschaffung von Privateigentum, sowie der Emanzipation der Frau. Im Januar 1851 bildete er in Jintian eine 10 000 Mann starke Miliz und rief „Taiping Tianguo“, das Himmlische Reich des Friedens aus. 1853 nahmen seine Truppen Nanjing ein und machten es zur Hauptstadt. Sie planten die Abschaffung der Qing-Herrschaft und der Religion. Erst 1864 schaffte der Kaiserhof mit der Allianz von westlichen Truppen, Nanjing zurück zu erobern. Dabei half die schlechte Militärstrategie und Hongs Paranoia. Durch seinen Verfolgungswahn ließ er viele seiner Weggefährten hinrichten. Der 13 Jahre dauernde Taiping-Aufstand war mit 20 Mio. Toten einer der blutigsten Bürgerkriege der Welt.

Boxeraufstand

1898 verabschiedete der junge Kaiser Guangxu ein ganzes Paket notwendiger progressiver Reformen, doch wurde er von der konservativen Kaiserwitwe Cixi gestoppt und unter Hausarrest gestellt. Sie übernahm die Machtposition. Im Jahre 1900 kam die Untergrundbewegung der „Boxer“ auf („Fäuste für Rechtschaffenheit und Einheit“), die eigentlich gegen den Qing-Hof gerichtet war. Die Kaiserin wandte die rebellischen Kräfte geschickt gegen die Ausländer und diese griffen mit 150 000 Anhängern das ausländische Botschaftsviertel in Beijing an. Nach kurzer Zeit trafen jedoch die westlichen Rettungstruppen in China ein und der Aufstand wurde zerschlagen - das Qing-Reich war am Ende.

 

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