Guangdong

 

Guangdong liegt an der äußersten Südspitze von China im fruchtbaren Perl-Fluss-Delta. Ihre bergige Topographie sorgte über Jahrhunderte für eine gewisse Außenstellung gegenüber dem Rest von China. Die unzugängliche Landschaft und die 800 km lange Küstenlinie, die den frühen Kontakt mit ausländischen Händlern ermöglichte, resultierte früh in einer gewissen Selbstversorgung der Bewohner. Hier nahm der Handel über die Maritime Seidenstraße seinen Anfang. Schon im 16. Jahrhundert trafen die ersten portugiesischen Händler im Hafen von Guangzhou, der Provinzhauptstadt, ein.

Von Guangdong aus entwickelte sich auch der erste Wirtschaftsboom Chinas in den 1980erJahren. Es  entstanden unter Deng Xiaoping die Sonderwirtschaftszonen (Shenzen, Zhuhia und Shantou). Auch die guten Handelsverbindungen zu Hongkong ließen die Region weiter erstarken.
Guangdong ist die wirtschaftlich stärkste Provinz und führend im Export (vor allem Computer, Kleidung und Haushaltswaren).
Der verwestlichte Name der Provinz ist eigentlich Kanton, seit der Kolonialzeit wird dieser Name aber hauptsächlich für die Hauptstadt Guangzhou verwendet. Die Kantonesen selbst, die Bevölkerung der Provinz, haben einen eigenen Dialekt, der für viele Chinesen unverständlich ist. Auch die Essgewohnheiten sind für viele Chinesen und ausländische Besucher höchst gewöhnungsbedürftig-man sagt, hier werde alles gegessen, was vier Beine hat. Tatsächlich muss man hier aufpassen, nicht versehentlich den besten Freund des Menschen zu verspeisen.
Davon abgesehen gilt das kantonesische Essen aber als äußerst delikat.
Trotz der rasch voran schreitenden wirtschaftlichen Entwicklung der Region und der damit einher gehenden starken Industrialisierung, gibt es einige historisch interessante Orte und schöne Landschaftsszenerien in Guangdong.

Kerndaten

Einwohner-       104 Mio.

Fläche-              187.800 km²

Geografie-         Guangdong ist etwa zu einem Viertel eben ( besonders Küstengebiete), ein Viertel
                           besteht aus sanftem Hügelland und der Rest sind Hochebenen und Berge im Norden

Klima-                feucht bei tropischen bis subtropischen Temperaturen.

Bevölkerung-   
98,6 % aus Han-Chinesen, Rest teilen sich alle anderen ethnischen Minderheiten

Hauptstadt-       Guangzhou ( Kanton )

Sehenswürdigkeiten

Guangzhou( 8 Mio.)
Die wohlhabende Provinzhauptstadt ist eine alte Hafenstadt. Sie besitzt durchaus einen gewissen Charme- bestehend aus dem Mix aus alten Kolonialbauten und dem typischen Stadtbild chinesischer Moderne. Schon während der Tang-Zeit kam es hier zu den ersten Handelsbeziehungen zu Zentralasien. Es entstand sogar eine muslimische Gemeinde. Auch die ersten westlichen Kaufleute setzten hier ihren Fuß auf das chinesische Festland. Bekannt ist Guangzhou auch für seine weltweit berühmte kantonesische Küche.
Sehenswert:
Qingping Markt-
Er gilt als Inbegriff eines chinesischen Marktes und ist auch einer der landesweit größten seiner Art. Angeboten werden hier Arzneikräuter, Gewürze, Gemüse, Getreide, Fisch, Fleisch, und lebende Tiere, die ebenfalls zum Verzehr gedacht sind. Bis vor einiger Zeit gab es die Sektion Frischfleisch, in der auch lebende Katzen und Hunde angeboten wurden.

Tempel der 6 Banyan Bäume (Liu Rong Si)
U-Bahn-Station Ximenkou- Dieser Tempel wurde 537 von dem indischen Begründer des Chan-Buddhismus Bodhidarma gegründet. Er sollte einen Teil der aus Indien mitgebrachten Asche des Buddhas beherbergen. Diese wurde in der Blumenpagode (Hua Ta) aufbewahrt. Die 57m hohe Pagode, das Wahrzeichen der Stadt, kann bestiegen werden, was sich besonders bei gutem Wetter sehr lohnt. Oben warten ein wunderschön geschwungenes Holzdach mit feinen Schnitzereien und eine Bronzesäule mit meditierenden Figuren.

Shamian
Die kleine, nur 800m lange Insel vor der Stadt war ehemals ein ausländisches Konzessionsgebiet, sie wurde nach dem 2. Opiumkrieg an Frankreich und England verpachtet. Davon zeugen die zahlreichen schönen Kolonialbauten der Insel. Viele Jahre wurden diese verfallen lassen, doch inzwischen wurde das Potential erkannt und sie wurden wieder aufwändig restauriert, einige stehen unter Denkmalschutz. Die grüne Oase ist heute zu einem schicken Vergnügungsviertel mit Bars und Restaurants geworden.

Klöster Feilai und Feixia
Ausgangspunkt zu diesen Klöstern ist die Stadt Qinguan 85km nordwestlich von Guangzhou. Sie liegen am Nordfluss (Bei Jiang) und können nur mit der Fähre erreicht werden. Auf der Fahrt kann man die berühmten Kormoranfischer sehen, die die abgerichteten Vögel für sich jagen lassen.

Feilai Gusi, der erste der beiden Tempel, wurde vor 1400 Jahren gegründet. Er liegt spektakulär am steilen Abhang einer Schlucht. Die Gebäude stammen aus der Ming-Zeit.1997 wurde der Tempel durch einen Erdrutsch zerstört und anschließend wieder aufgebaut. Er liegt in einem schönen Kiefernwald.

Feixia Gusi, folgt kurz danach in der Schlucht. Diese Anlage besteht aus zwei daoistischen Tempeln: Feixia und Cangxia. Er wurde Anfang des 18. Jh. gebaut. Feixia ist der größere von beiden und ist von imposanten Mauern umgeben. Cangxia liegt höher und besitzt schöne Fresken.

 

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