Daoismus

Der Daoismus (auch Taoismus) ist eine über 2000 Jahre alte chinesische Philosophie und Weltanschauung. Zusammen mit dem Buddhismus und dem Konfuzianismus ist der Daoismus eine der Drei Lehren (sanjiao) China.

Er ist tief in der chinesischen Sicht der Welt und in ihren Bräuchen verwurzelt und beeinflusst die Bereiche der Politik, Medizin, Ernährung, Architektur und der Kunst.
Bekannt ist zb. das Fengshui, die geomantische Lehre von Wind und Wasser. Viele Chinesen konsultieren vor dem Hausbau auch heute noch einen Sachkundigen des Fengshui. 

Der Mensch ist nach Ansicht der Daoisten ein Abbild des Universums und muss im Einklang mit der kosmischen Grundordnung handeln, um in innerer und äußerer Harmonie und Gesundheit zu leben.

"Das Leben pflegen" ist ein zentrales Anliegen der Daoisten. Davon ausgehend hat sich über die Jahrtausende ein System von Körper-und Meditationsübungen und medizinischen Praktiken entwickelt.

Die Daoistische Alchimie war und ist ein weiterer wichtiger Teilbereich.
Ihr Ziel ist die Lebensverlängerung bis hin zum Sieg über den Tod. Dafür suchten die Alchimisten das Elixier für das ewige Leben.
Da sie zu Zeiten der Han-Dynastie am Hofe des Kaisers ihre lebensverlängernden Maßnahmen mit Quecksilber verrichteten, gab es damals allerdings viele Herrscher, die in jungen Jahren dahinschieden.


Die Wurzeln des Daoismus
 

Die Lehre vom Dao, oft übersetzt als Weg, rechte Lebensführung oder Methode, entstand etwa im 6.-3.Jh. vor Chr., als die wichtigsten Schriften des Daoismus entstanden:
das "Daodejing", der Klassiker vom Dao und das „Zhuangzi“.
Das Daodejing besteht aus 81 kurzen Versen, die auch als „mystische Aphorismen“ beschrieben werden.
Zurückgeführt werden sie auf den legendären Denker Laozi, heute wird allerdings oft bezweifelt, dass es diesen wirklich gegeben hat.
Ursprünglich als politischer Ratgeber an die Fürsten gerichtet, ist es entstanden in der Zeit "der streitenden Reiche", um den Weg für einen stabilen Frieden aufzuzeigen.
Der Frieden zwischen den Staaten war für ihn nur denkbar durch die Herstellung eines inneren Frieden, durch das Entsagen von Begierden und Wünschen.
Das andere Grundlagenwerk, geschaffen von dem gleichnamigen Autor ist das Zhuangzi.
Dieser wichtige Text ist in Form von Fragen geschrieben worden. Mittelpunkt ist hier der einzelne Mensch und seine Einheit mit dem Dao.

 

Die Lehre

Das Dao kann nicht in Worten beschrieben werden. Die Sprache kann aber dabei helfen, dem Geist eine Idee davon zu geben, was das Dao ist.

Hier einige Konzepte, die das Dao ausmachen:


 

Es ist der Ursprung aller Schöpfung
Es ist das Unaussprechliche und das Undefinierbare
Es ist das Unbenennbare
Es ist das gesamte Universum
Es ist der Weg der Natur.


Ein Hauptthema des Daoismus ist die stetige Wandlung aller Dinge, dargestellt durch die zwei aufeinander wirkenden Hauptkräfte Yin und Yang.

Die beiden Kräfte, Yin, das Weibliche, Dunkle, Feuchte, Kalte und Yang, das Männliche, Helle, Trockene und Warme sollen sich im Gleichgewicht befinden.
Zwischen ihnen besteht ein Fließgleichgewicht: nimmt Yin zu, dann nimmt Yang ab und umgekehrt.

Im Zentrum jedes Lebens steht nach der Sicht der Daoisten die Lebensenergie Qi.
Jedes Wesen kommt mit einer gewissen Menge an vorgeburtlichem Qi zur Welt und durch ungesunde Lebensführung nimmt diese Menge stetig ab.
Durch bestimmte Techniken kann man aber, zb. durch Qi Gong, Tai Chi, Meditation, Akupunktur, richtiger Ernährung das nachgeburtliche Qi auffüllen.

Diese Prinzipien findet man in allen daoistischen Praktiken.

Ein vielzitierter Begriff aus dem Daoismus ist auch der Ausdruck Wu Wei.

Es bedeutet so viel wie nicht handeln, nicht agieren, nichts erstreben. Nicht kämpfen, sondern loslassen und nachgeben als wahre Ausübung von Kraft.

 

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