Chinesische Schrift

Die chinesische Schrift ist die Älteste der Welt, sie lässt sich zurückverfolgen bis zu den Orakelknochen der Shang-Dynastie (16.-11. Jh. v.Chr.), die mit ihren eingeritzten Symbolen für Weissagungen dienten.

Es gibt ca. 50 000 Schriftzeichen aber nur einige Tausende sind in Gebrauch. Um eine Zeitung lesen zu können, benötigt man angeblich ein Vokabular von ca. 3000 Schriftzeichen. Jedes dieser Schriftzeichen ist einzigartig und muss auswendig gelernt werden.

 

Chinesische Schriftzeichen

Die Zeichen bestehen aus bildlichen, symbolischen und phonetischen Elementen.
Das Radikal (auch Wurzel) erscheint meist links und erklärt den Wortsinn.
Es gibt 214 Radikale- sie gehen auf die Urform der ersten Zeichen zurück. Das ergänzenden Schriftzeichen ist ideografisch, es trägt also selbst die Bedeutung in sich oder aber phonetisch und gibt Hinweise auf die Aussprache.

Richtig eindeutig wird das Chinesisch erst in der geschrieben Form.

Das diente enorm der Verständigung in dem großen Reich mit seinen vielen Dialekten. Konnte man sich auch mündlich nicht verstehen, dann gelang dies theoretisch in geschriebener Form.


Schriftreform 1956-58

Es dauerte also sehr lange für einen chinesischen Schüler, die Zeichen zu erlernen, deshalb vereinfachte die kommunistische Regierung in einer großen Alphabetisierungskampagne das Erlernen der Schrift.

Über 2000 Zeichen wurden vereinfacht.
Besonders komplexe Radikale wurden ersetzt, Striche gelöscht oder auch neue Zeichen erfunden. Die traditionelle Schreibweise, auch Langschrift (fantizi) genannt wird offiziell in Taiwan und Hongkong verwendet, während die Kurzzeichen (jiantizi) in der Volksrepublik, Singapur und Malaysia offiziell benutzt werden.

Zudem wurde 1958 die Lautumschrift Pinyin zur besseren Verständigung und zum schnelleren Erlernen der Sprache entwickelt. Sie benutzt die lateinischen Buchstaben A-Z, um die chinesischen Schriftzeichen phonetisch wieder zu geben.

Pinyin hat sich als internationaler Standard durchgesetzt und vereinfacht auch das Zurechtfinden ausländischer Touristen in China merklich.

In den 60er Jahren gab es sogar Bestrebungen, die Zeichenschrift zugunsten der Lautschrift gänzlich abzuschaffen. Doch es war schnell erkennbar, dass dies aussichtslos war: schon nach wenigen Zeilen wurden die Texte unverständlich.

Dieses illustriert in lustiger Weise der Linguist Zhao Yuanren mit seinem klassischen Nonsense-Gedicht"Der Löwenfressende Dichter in der Steinhöhle."
Die ersten vier Zeilen lauten:


shishi shi shi shi shi, shi shi,shi shi shi shi.
shi shishi shi shi shi shi.
shi shi, shi shi shi shi shi.
shi shi, shi shi shi shi shi........

In einer Steinhöhle saß der Dichter Shishi, der gerne Löwen aß und sich entschloss, zehn davon zu essen.
Er ging oft zum Markt, um nach Löwen Ausschau zu halten.
Eines Tages, um zehn Uhr, kamen zehn Löwen auf den Markt.
Genau zu dieser Zeit kam auch Shishi.........


Um all diesen Missverständnissen aus dem Weg zu gehen, ist es sehr ratsam, die Beschreibung seines Hotel auch in chinesischer Zeichensprache für den Taxi-Fahrer parat zu haben um keine unerwünschten Überraschungen zu erleben..

 

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